Ketose messen*

Ketose messen*

Jeder, der auf eine ketogene Ernährung umsteigt, möchte wissen, ob er alles richtig gemacht hat und der angestrebte Zustand der Ketose auch erreicht ist!

Subjektiv spürbare Veränderungen

Einige erkennen nach den möglichen und vorüber gehenden 1-2 Tage anhaltenden grippeähnlichen Symptomen eine plötzliche, eindeutig spürbare Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens! Außerdem fühlt man sich schneller satt und das Verlangen nach Süßem lässt nach.
Wer sich vor der Ernährungsumstellung sehr kohlenhydratlastig ernährt hat, braucht meist etwas länger, bis die Ketose ihre positiven Eigenschaften zeigt!

Die Möglichkeiten der Ketose-Messung

Wer es genau wissen möchte und sogar aus therapeutischen Gründen eine tiefere Ketose anstrebt, hat mehrere Möglichkeiten der objektiven Messung!

Nachdem man einige Tage die Kohlenhydratzufuhr stark eingeschränkt hat und die Kohlehydratspeicher aufgebraucht sind, beginnt der Körper vermehrt aus Fettsäuren seine Energie zu gewinnen! Zusätzlich bildet die Leber bei einem Überschuss an Fettsäuren Ketonkörper!

Man unterscheidet 3 verschiedene Arten von Ketonen:

  • Acetoacetat
  • Beta-Hydroxybutyrat (BHB)
  • Aceton

Zur Energiegewinnung dienen nur Acetoacetat und BHB, wobei BHB die Speicherform des Acetoacetats darstellt.

Messung im Urin

Wenn man zum ersten Mal mit einer ketogenen Ernährung beginnt, können die Zellen mit dem Angebot von Acetoacetat noch nicht viel anfangen! Die entsprechenden “Werkzeuge” müssen jetzt erst langsam zur Verfügung gestellt werden! Deshalb wird gerade am Anfang ein großer Teil des Acetoacetats ungenutzt über die Nieren ausgeschieden und ist deshalb mit Hilfe von speziellen Teststreifen im Harn messbar!

Befindet man sich längere Zeit in Ketose, werden diese Ketonkörper aber immer besser verwertet und die Präsenz bzw. der Nachweis im Urin lässt nach!

Vorteile: Entsprechende Teststreifen aus der Apotheke sind preiswert und die Messmethode einfach!
Nachteile: Nur am Anfang der Ernährungsumstellung einsetzbar!

Meine Empfehlung:
Ketostix*

Messung im Blut

Das als Speicherform des Acetoacetats vorhandene BHB kann man im Blut messen! Ab einem Wert von 0,5 mmol/l Blut beginnt die Ketose! Zwischen 1-3 mmol/l Blut befindet man sich in einem verlässlichen Zustand der Ketose! Vor allem für therapeutische und sportliche Zwecke sind hohe BHB-Werte wichtig!

Vorteile: Das Messen der BHB-Speicher im Blut ist die verlässlichste Methode, dauerhaft eine Ketose zu messen!
Nachteile: Entsprechende Messgeräte, die entweder nur die Ketonkörper oder auch gleichzeitig Glukose und Ketone messen können, kosten zwischen 20-50 € und die passenden Ketone-Teststreifen zwischen 1,00 – 2,50 €!
Außerdem ist ein kleiner Pieks in die Fingerbeere zur Abnahme eines Blutstropfens notwendig!

Meine Empfehlungen:
keto-mojo oder GlucoMen Aero K2*

Messung in der Atemluft

Der 3. Ketonkörper, Aceton entsteht quasi als Abfallprodukt aus der Energiegewinnung aus Acetoacetat!
Aceton wird nicht gespeichert, sondern abgeatmet und ist deshalb in der Atemluft messbar (in der Anfangsphase leider auch riechbar)! Gemessen wird die Gaskonzentration in der Einheit ppm (parts per million).
Ein positives Messergebnis (ab 2 ppm) zeigt, dass man tatsächlich Ketone und somit Fettsäuren als Energieträger genutzt hat!

Vorteile: Das Messen des Acetongehaltes in der Atemluft ist einfach und ständig möglich! Für ein korrektes Ergebnis sollte eine halbe Stunde vor der Durchführung des Tests nicht gegessen, getrunken, geraucht und auch die Zähne nicht geputzt werden.
Es ist zudem ein eindeutiger Indikator dafür, dass Ketonkörper verstoffwechselt werden!
Nachteile: Die einmalige Anschaffung des Messgerätes kostet ca. 160,- €!

Meine Empfehlung:
ACE Ketoscan mini*

Interpretation der unterschiedlichen Messungen

Acetoacetat im Urin:

Positives Ergebnis

  • Der Körper bildet vermehrt Ketonkörper 

Negatives Ergebnis

  • Nach der Anfangsphase und Stoffwechselumstellung wird Acetoacetat fast vollständig in Energie umgewandelt oder als BHB gespeichert
  • Ein negatives Testergebnis heißt also nicht zwangsläufig, dass man sich nicht in Ketose befindet!

Aceton in der Atemluft:

Positives Ergebnis

  • Der Körper nutzt gerade Ketonkörper als Energielieferant

Negatives Ergebnis

  • Auch hier kann ein negatives Ergebnis trotz Ketose möglich sein, wenn im Augenblick der Messung die Energiegewinnung aus Ketonen temporär nicht notwendig war
  • Außerdem steigt nach mehreren Wochen einer ketogenen Ernährung auch die Fähigkeit allein aus Fettsäuren besser und schneller Energie zu gewinnen

BHB im Blut:

Positives Ergebnis

  • Es werden Ketone in größerem Ausmaß gebildet, entweder aus den Fettsäuren der eigenen Fettreserven, aber auch aus zugeführten Fetten
  • Vor allem die Aufnahme vom MCT-Fetten oder exogenen Ketonen können die BHB-Werte in die Höhe treiben
  • Ob der Körper die vorhandenen Keton-Speicher tatsächlich als Energielieferant nutzt, kann durch diesen Wert nicht beurteilt werden

Negatives Ergebnis

  • Es werden keine Ketonkörper gebildet
  • Ein gemessener Wert unterhalb der Grenze von 0,5 mmol/l Blut kann auch bedeuten, dass die BHB-Speicher gerade aufgebraucht wurden!

Der Zeitpunkt der Messung

Ein idealer Zeitpunkt für eine Ketone-Messung ist vor der ersten Nahrungsaufnahme am Vormittag, aber nicht direkt nach dem Aufstehen! Das in den frühen Morgenstunden ausgeschüttete Hormon Cortisol sorgt für eine erhöhte Glukoseneubildung in der Leber und die Anzahl der Ketonkörper ist noch entsprechend niedrig!
Im weiteren Tagesverlauf testet man vor den entsprechenden Mahlzeiten und im Abstand von ca. 2-3 Stunden zur vorherigen Nahrungsaufnahme!

Auch nach sportlicher Betätigung ist durch eine mögliche Glukoseneubildung und das Aufbrauchen der Ketonkörper der BHB-Wert im Blut evt. niedrig, aber der Acetongehalt in der Atemluft höher!

Fazit

Die unterschiedlichen Ketonkörper-Messungen variieren stark und sind abhängig von Methode, Tageszeit, Nahrungsaufnahme, körperlicher Betätigung und persönlichem Stoffwechsel! Es handelt sich also immer um eine Momentaufnahme!

Eine verlässliche Aussage kann unabhängig von der Methode nur durch häufige regelmäßige Messungen getroffen werden und ist vor allem bei therapeutischen Gründen für eine ketogene Ernährung wirklich notwendig!

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