Sind Palmöl und Palmkernöl grundsätzlich ungesund und ökologisch bedenklich?

C.Buchheister/ Juli 1, 2018/ Ernährung, Fette, Öle

Die Öle der Ölpalme sind schwer in Verruf geraten!
Der Bedarf an diesen besonders preiswerten, ertragsreichen und vielseitig verwendbaren Ölen als Rohstoff für die Industrie, hat den weltweiten Anbau extrem ansteigen lassen. Nigeria, Kolumbien, Thailand, Indonesien und Malaysia sind die Hauptanbaugebiete. Die Abholzung großer Regenwaldflächen zerstört den Lebensraum vieler Tierarten. Durch die Waldrodung, die Produktion und den Transport der Ölpalmenprodukte entstehen zudem Treibhausgase, die den Klimawandel vorantreiben. Ebenfalls kritisch zu sehen ist der beim Anbau notwendige hohe Wasserverbrauch, ein gewaltiger Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie die äußerst schlechten Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter.

Palmöl und Palmkernöl

Palmöl und Palmkernöl werden in der Nahrungs- und Kosmetikindustrie und als Bio-Treibstoff verwendet. Man findet sie in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln, wie z.B. Margarine, Süßspeisen, Chips, Eis und Fertiggerichte, aber auch in Wasch-und Reinigungsmitteln, Farben, Lacken und Kunststoffen. In den Inhaltsbezeichnungen verbergen sie sich teils unkenntlich als „Pflanzenöl“, „Pflanzliche Fette“, „Stearate“, „Sodium Palm Kernelate“ u.s.w..

Wer es genau wissen möchte, kann unter www.codecheck.info einzelne Lebensmittel auf die Verarbeitung von Palmöl überprüfen (gibt es auch als App mit Barcodescanner).

Palmöl

Palmöl entsteht aus der Frucht der Ölpalme.
Das orangefarbene, „native“, d.h. naturbelassene Palmöl besteht aus ca. 50% gesättigter Fettsäure (Palmitinsäure), aber auch 40% einfach ungesättigter (Ölsäure) und 10% mehrfach ungesättigter Fettsäure (Linolsäure). Wie bereits in meinem Artikel über Fett erläutert, weiß man mittlerweile, daß gesättigte Fettsäuren zu Unrecht in dem Ruf stehen das Herzinfarkt-Risiko und den Cholesterinspiegel zu erhöhen. Das durch das Pressen der Früchte gewonnene rohe Palmöl ist zudem besonders reich an Carotinoiden (Vorstufe des Vitamin A, deshalb auch die rötliche Farbe) und dem Antioxidantien Vitamin E und Coenzym Q10.

Erst durch die industrielle Verarbeitung (Raffinieren, Bleichen, Dämpfen) gehen sowohl die Farbe als auch Vitamine verloren und es entstehen, wie übrigens bei allen raffinierten Pflanzenölen, gesundheitsschädliche, z.T. krebserregende  Stoffe (Transfettsäuren, Glycidol).

Wer im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung nicht auf die gesundheitlichen Vorzüge von nativem Palmöl verzichten möchte, sollte zu rotem, nachhaltigem Bio-Palmöl greifen, das zumindest ohne die Abholzung von „besonders schützenswerten“ Regenwaldbeständen und sozial verträglich angebaut wird (erkennbar an dem  RSPO-Siegel).
Palmöl ist zudem cholesterin-und gentechnikfrei.
Das unraffinierte Palmöl ist aber leider sehr teuer! 

Früchte der Ölpalme

Palmkernöl

Palmkernöl wird aus dem Kern der Ölpalmenfrucht gewonnen.
Es hat eine völlig andere Fettsäure-Zusammensetzung als Palmöl und ähnelt dem Kokosfett.
Das Öl aus dem Kern besteht zu 80% aus gesättigten Fettsäuren (Laurin-, Palmitin-, Capryl, Caprin- und Stearinsäure) und zu ca. 20 %  aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linol-, Myristin- und Ölsäure). Mit einem hohen Anteil mittelkettiger Festtsäuren (MCT-Öle) würde es eigentlich sehr gut in eine ketogene Ernährungsform hineinpassen! Leider kann man Palmkernöl aber nur in stark industriell verarbeiteterungesunder Variante kaufen (auch die Bio-Produkte!), um die Haltbarkeit und den Geschmack (?!) zu verbessern.

Fazit

Auch wenn das Fettsäureprofil beider Öle und der Gehalt an Vitaminen und Antioxidatien von Palmöl grundsätzlich gesund sind und eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung durchaus bereichern können, sollte man auf Produkte der Ölpalme weitestgehend verzichten und Alternativen suchen.
Die hoch industriell verarbeiteten Produkte sind in keiner Weise nachhaltig und größtenteils sogar gesundheitsschädlich!
Die Anforderungen an die entsprechenden „Bio“-Produkte sind leider nicht ausreichend und noch zu wenig transparent.

Hier zwei Beispiele für natives, rotes Bio-Palmöl:*

                    

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