Fettabbau durch Ketose!

C.Buchheister/ Diät, Ernährung, Ketose

Was bedeutet Ketose?

In den Stoffwechselzustand der „Ketose“ gelangt  man durch Fasten oder eine ausgeprägte Low Carb Ernährung, auch „No-Carb“ genannt. Der Mangel an Kohlenhydraten zwingt  den Organismus dazu „Zucker“ (Glucose) selbst herzustellen oder Fett als alternative Energiequelle zu benutzen. Die dabei freiwerdenden Fettsäuren können in der Leber in sogenannte „Ketonkörper“ umgewandelt werden, eine weitere besonders gute Energiealternative zu Glucose.

Verfechter der Steinzeiternährung (Food-Trend: Paleo), aber auch viele Ärzte, Wissenschaftler und  Autoren von Ernährungsratgebern (z.B.: „Der Ernährungskompass“  oder „Dumm wie Brot“) bezeichnen einekohlenhydratarme Ernährung als artgerecht und besonders gesundheitsförderlich. Sie machen vor allem die „Kohlenhydrat-Mast“ unserer heutigen Gesellschaft für die zahlreichen Zivilisationskrankheiten mitverantwortlich.

Wissenschaftlich gesehen ist die „Ketose“ ein ganz normaler Stoffwechselzustand in kohlenhydratarmen Zeiten!

Durch Ketose zum Wunschgewicht

Neben den gesundheitlichen Vorteilen eignet sich die „ketogene“ Stoffwechsellage aber auch hervorragend zur Gewichtsabnahme! Im Folgenden werden ich einfach und knapp erklären warum das so ist!
Jeder, der sich mal in einem Zustand der Ketose befunden hat, kann die sowohl körperliche, als auch geistige Leistungssteigerung bestätigen.

Ketogene Ernährung: Carpaccio mit Rucola

Wie kommt man in die Ketose?

Wie schon in meinem Artikel Food-Trend: Low-Carb erklärt, ist der einfachste und schnellste Brennstoff für unseren Körper die Glucose (= Traubenzucker):

    • Glucose ist ein „einfaches Kohlenhydrat“, genau wie Fructose (= Fruchtzucker).
    • „Komplexe Kohlenhydrate“, wie Nudeln, Getreide, Kartoffeln und Reis bestehen aus einer Kette vieler „einfacher Kohlenhydrate“, z.B. Glucose-Ketten.
    • Aus dem Darm können „einfache Kohlenhydrate“ direkt in die Blutbahn aufgenommen werden.
    • Die „komplexen Kohlenhydrate“ müssen zunächst in „einfache Kohlenhydrate“ aufgespalten werden.
    • Im Blut kommt es nach einer kohlenhydrathaltigen Nahrung also früher (bei „einfachen Kohlenhydraten“) oder später (bei „komplexen Kohlenhydraten“) zu einem Blutzuckeranstieg.
    • Jetzt scheidet die Bauchspeicheldrüse das Hormon „Insulin“ aus.
    • Insulin transportiert den „Zucker“ zu den Zellen, wo er zur Energiegewinnung benötigt wird.
    • Der Blutzuckerspiegel wird durch Insulin schnell wieder auf ein gesundes Maß reduziert (sonst besteht langfristig die Gefahr einer Insulinresistenz, Diabetes Typ II, Gefäß-und Nervenschädigungen…..).
    • Essen wir über unseren Energiebedarf hinaus, wird der überschüssige „Zucker“ zwischengelagert (Muskel, Leber) und bei deutlichen Überschuss in Fett umgewandelt (für schlechtere Zeiten).
    • Wenn wir fasten oder zumindest die Kohlenhydrat-Zufuhr drastisch senken, sinkt auch der Blutzuckerspiegel.
    • Jetzt sorgt der Gegenspieler des Insulins, das Hormon „Glucagon“ wieder für einen notwendigen Blutzuckeranstieg.
    • Glucagon ist verantwortlich für:
      • Die Freisetzung der „Zuckerreserven“ in der Muskulatur und Leber
      • Die „Zucker“ – Eigensynthese“ in der Leber
      • Die Mobilisation der Fettreserven zur Energiegewinnung
    • Nach 2-3 Tagen des Fastens oder einer Kohlenhydrat-Karenz sind alle Zuckerreserven aufgebraucht.
    • Jetzt muss der Körper auf Fett als Brennstoff umsteigen.
    • Die Energiegewinnung aus Fett ist aber schwieriger und dauert länger.
    • In unserer Überflussgesellschaft ist der Körper nicht gut ausgerüstet für eine Hauptenergiequelle Fett und muss sich erst umstellen.
    • Er muss jetzt vermehrt Enzyme für den Fettstoffwechsel bilden.
    • Die nun zahlreich freiwerdenden Fettsäuren aus den Fettreserven führen in der Leber zu einer vermehrten Bildung von sogenannten „Ketonkörpern“(= Ketone).
    • „Ketone“ können als gute Alternative zu „Zucker“ von fast allen Zellen, auch von den sonst „zuckerabhängigen“ Gehirnzellen, zu Energie umgewandelt werden.
    • In der Umstellungsphase, wenn der Organismus noch nicht ausreichend „gelernt“ hat mit Fettsäuren und Ketonen als Energiequelle umzugehen, können für 1-2 Tage grippeähnliche Symptome auftreten („Ketogrippe“).
  • Überschüssige Ketonkörper werden im Gegensatz zu Glucose nicht wieder in Fett umgewandelt, sondern mit dem Urin ausgeschieden.
    Shakshuka miot Blumenkohl

Warum ist das Durchhalten in den ersten 3-4 Wochen so wichtig?

    • Erst wenn der Körper fast keine Kohlenhydrate mehr in der Nahrung findet und alle Reserven und Speicher aus der Leber und den Muskeln aufgebraucht sind, wird er seine Fettreserven anzapfen.
    • Das passiert nach ca. 2-4 Tagen strenger Kohlenhydrat-Diät.
    • Werden in dieser Phase doch zu viel Kohlenhydrate gegessen oder getrunken, verhindert die resultierende Insulinausschüttung sofort die Fettverbrennung und die Ketonkörperbildung.
    • Der Körper kann sich nicht langfristig auf die bessere Verwertung von Fett umstellen.
    • Die vermehrt aufgenommenen Kohlenhydrate füllen auch die Speicher wieder auf.
  • Man beginnt also wieder von vorne um den angestrebten Zustand der Ketose zu erreichen!

Was ist eine „Ketoazidose“ ?

Die „Ketose“ wird oft fälschlicherweise mit der „Ketoazidose“ verwechselt. Eine „Ketoazidose“ ist eine gefährliche, unter Umständen lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die durch einen absoluten Insulinmangel, besonders bei  Diabetes Typ I – Patienten (die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin und das Hormon muss regelmäßig gespritzt werden) auftreten kann. Bei dieser Grunderkrankung kann (durch das Fehlen von Insulin) ein besonders starker Anstieg von „Ketonkörpern“ im Blut zu einer extremen Übersäuerung führen, die im schlimmsten Fall in einem diabetischem Koma endet.

Wer nicht an Diabetes Typ I leidet oder Alkoholiker ist, muss sich um diese mögliche Gefahr keine Sorgen machen!

Ketogene Ernährung: Milch, Quark, Eier

Was sind die Vorteile einer Ketose?

    • schnelle Gewichtsabnahme und dadurch ein vermindertes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen
  • Verhinderung eines Jo-Jo-Effektes durch häufiges Einbauen ketogener Phasen nach Erreichen des Zielgewichtes
  • Vorbeugung von:

Eine ketogene Diät ist bei Epilepsiepatienten eine anerkannte Therapiemethode und wird häufig in der Krebstherapie eingesetzt !

Was sind die Nachteile einer Ketose?

    • Die oben erwähnte, mögliche vorübergehende (1-2 Tage) Ketogrippe in der Umstellungsphase (Kopfschmerzen, Müdigkeit…)
    • Großer Informationsbedarf und Hintergrundwissen
    • Einhaltung individuell bestimmter Nährstoffzusammensetzung!
  • In der Köpfen vieler, herrscht noch ein großer, unberechtigter  Vorbehalt gegen „gesunde Fette“, die während einer ketogenen Ernährung vermehrt aufgenommen werden.

Warum eine Ketose nur unter fachlicher Anleitung erfolgen sollte?

Eine, wenn auch nur zur Gewichtsabnahme, angestrebte ketogene Diät sollte immer unter fachlicher Anleitung und vorheriger ärztlichen Untersuchung stattfinden!!

Vor allem Sportler brauchen die Betreuung eines Experten, um mögliche vorübergehende Leistungseinbußen zu reduzieren!

Mangelnde Kenntnis kann zu verschiedenen negativen Begleiterscheinungen führen, wie :

    • zu starke Nierenbelastung durch zu hohe Proteinaufnahme
    • Verschlechterung der Blutfettwerte durch den vermehrten Verzehr tierischer Nahrungsmittel
  • gesundheitliche Störungen durch nicht beachtete Vorerkrankungen (Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Diabetes)
  • u.v.a.m.

Auch der Ausstieg aus der Ketose und die Verhinderung des gefürchteten Jo-Jo-Effektes sollte unter professioneller Anleitung erfolgen!

Ketogene Ernährung: Nüsse

Fazit

Eine ketogene Ernährung unterscheidet sich stark von der heute üblichen Ernährungsweise.  Sie erfordert viel Disziplin und eine intensive Beschäftigung mit Nährstoffen, Stoffwechsel und Lebensmitteln.

Die gesundheitlichen, leistungs- und gewichtsoptimierenden Vorteile sind aber groß!

Sportler (vor allem im Bereich Ausdauersport) können die vermehrte Energiegewinnung aus Fetten durch eine ketogene Ernährungsweise gut trainieren! Dies sollte aber bevorzugt in der „Off-Season“ geschehen, weil der Mangel an Kohlenhydraten in der Umstellungsphase zu starken Leistungseinbußen führen kann! Langfristig ist das Carb-Cycling eine gute Ernährungsweise im Sportbereich!MerkenMerkenMerkenMerken

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